Samt, Pelz und Gold: Die ganze Pracht der Renaissance, ein Rest DDR und ein Stück BRD in einem einzigen Kostüm im Schlossmuseum Augustusburg

29.08.2019

Der sächsische Kurfürst August (1526-1586) liebte Glanz und Gloria. Seine Gewänder sind ein Feuerwerk edler Materialien. Auf dem Altarbild von Lucas Cranach d. J. (1571) in der Augustusburger Schlosskirche trägt er ein Wams und eine Samthose mit breiten Samtbändern, beides mit Goldstickereien, eine Mühlsteinkrause mit Spitzenrand und einen Mantel mit Nerzkragen. Die originalen Kleidungsstücke haben sich nicht erhalten. Doch vor einigen Jahren entstand das Gewand als Nachschöpfung für den Musiker und Schauspieler Matthias Brade neu. Nun ist das Kostüm als Dauerleihgabe im Schlossmuseum Augustusburg zu sehen.

Bei aller Nähe zum Original der Renaissance vereinigt das Kostüm DDR und BRD auf besonders elegante Weise. Die beflockten roten Samtknöpfe stammen aus der Produktion des Knopfgroßhandels Apolda, mutmaßt Undine Rösner-Ehrlich. Sie war lange Jahre Gewandmeisterin des Theaters Junge Generation (Dresden) und für die Nachschöpfung des Kostüms verantwortlich. Sie vermutet sogar, dass die Knöpfe die letzten ihrer Art gewesen sein könnten, die zu DDR-Zeiten hergestellt wurden. Die Lederstiefel stammen dagegen von der Firma Harr aus dem oberschwäbischen Ravensburg. Die Figurine übrigens, auf der das Kostüm in der Ausstellung gezeigt wird, ist eine Stiftung des Förderkreises Schlössergemeinschaft Augustusburg/Scharfenstein/Lichtenwalde e.V.