Das Brunnenhaus

Zur Geschichte des Brunnens und der Wasserförderung

Schloss Augustusburg_Brunnenhaus (c) Dittrich
Wer vom 516 m hohem Schellenberg auf die reizvolle Erzgebirgslandschaft blickt, wird sich bewusst, weshalb Kurfürst August von Sachsen (1526 – 1586) gerade diesen Ort wählte, um darauf sein Jagd- und Lustschloss Augustusburg errichten zu lassen.

Bereits im 13. Jahrhundert, im Zuge der Besiedlung des Erzgebirges, wurde auf dem Schellenberg eine Ritterburg (Burg Schellenberg) errichtet, die jedoch durch Brandschäden allmählich zerfiel. Im Jahr 1567 wurden die Reste der Burg soweit abgetragen, dass im März 1568 der Bau des Schlosses beginnen konnte, der lediglich vier Jahre dauerte.

Anlass für den Schlossbau war der Sieg des Kurfürsten über seinen ernestinischen Vetter Johann Friedrich II. von Sachsen (1529 – 1595), der die sächsische Kurwürde für sich beanspruchte und zurückgewinnen wollte. Der Schlossbau soll an Augusts Triumph erinnern und demonstrieren, dass er der rechtmäßige sächsische Kurfürst ist. Das Schloss gilt somit als Zeichen des Friedens und der Macht.

Allerdings stellte die Wasserversorgung in dieser Höhenlage für damalige Verhältnisse ein gravierendes Problem dar. Der Kurfürst gab daher im Jahr 1568 dem Freiberger Oberbergmeister Hans Martin Planer (1510 – 1582) den Auftrag, einen Brunnen im Wirtschaftshof zu teufen.
Das Abteufen des Brunnens gestaltete sich äußert mühsam und langwierig. Denn aufgrund des harten Gesteins musste man sich der Technik des Feuersetzens bedienen, bei dieser ein Feuer auf dem Stein gelegt und mit kaltem Wasser gelöscht wurde. Dadurch wird Gestein brüchig und kann leichter abgetragen werden. Durchschnittlich wurde der Brunnenschacht im Monat, bei einem Durchmesser von ca. 3,20 m, um ca. 1,20 m abgeteuft. So dauerte es neun Jahre bis man in 130,6 m Tiefe endlich auf Wasser stieß.

Schloss Augustusburg von oben 2 (c) Patrick Engert

Zu Beginn der Arbeiten waren Bergleute im Einsatz, später auch gefangene Wilddiebe, die Strafarbeiten verrichteten.

Zum Schutz des Brunnens wurde 1579 das ursprüngliche Brunnenhaus mit einem Göpelwerk gebaut.

Das Brunnenhaus mit der Maschinerie in der jetzigen Form wurde nach einem Brand im Jahr 1831 neu errichtet. Das Brunnenhaus ist der zweittiefste Burgbrunnen nach der Festung Königstein und der älteste noch erhaltene Treibgöpel in Sachsen. Das Brunnenhaus war bis zum Anschluss an das öffentliche Wassernetz 1882 regelmäßig in Betrieb. 


Unser Tipp: Schlossführung "Im Wandel der Zeit"

Erleben Sie zu unserer Schlossführung „Im Wandel der Zeit“ einen Streifzug durch die Geschichte des Schlosses Augustusburg inklusive Brunnenhaus (nur innerhalb einer Führung möglich).


Wasserhebevorrichtung Brunnenhaus_Schloss Augustusburg (c) Lutz Zimmermann


Hurra, wir sind Welterbe!


Foto Brunnenhaus mit Logo Welterbe_Schloss Augustusburg (c) Lutz Zimmermann

Kombilogo - ein Welterbe und Welterbe erleben


Seit 2019 ist das Brunnenhaus assoziiertes Objekt des UNESCO-Welterbes der Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří.