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Schlosskerker

... auf die Folter gespannt

Kerker Schloss Augustusburg
Der Schlosskerker, bereits zurzeit der Errichtung rege für die Verwahrung von Meuterern und Anstiftern sogenannter Empörungen genutzt, demonstriert eine kleine Ausstellung zur historischen Gerichtsbarkeit anhand von Foltermethoden und Folterwerkzeuge aus verschiedenen Jahrhunderten.

Der Schlosskerker

Der Kerker von Schloss Augustusburg diente im 16. Jahrhundert der Verwahrung von Meuterern und Anstiftern. Es waren zudem die ersten Räumlichkeiten im Schloss, die fertig gestellt wurden. Arbeiter, die sich während der Bauzeit des Schlosses von 1568–1572 nicht ordnungsgemäß verhielten, konnten somit dort eingesperrt werden. Weiterhin wurde der Kerker auch für die Gefangennahme von Wilddieben verwendet, also für all jene, die untererlaubt in den kurfürstlichen Wäldern jagten.
Inwiefern allerdings im Kerker gefoltert und gemordet wurde, ist nicht überliefert. Seit 2000 befindet sich in den Räumlichkeiten des Schlosskerkers die Ausstellung „Richter, Henker, Missetäter“. Sie zeigt alte Strafverfahren und Foltermethoden vergangener Zeiten, die nicht allein auf das Mittelalter zu datieren sind. Bereits vor- als auch nachher waren diese Methoden Teil der Gerichtsbarkeit.

Die Folter

Ein Irrtum vieler ist es, Folter mit Bestrafung gleich zu setzen. So diente die Folter in der Regel der Informationsbeschaffung und dem Entlocken von Geständnissen. Man vertrat die Meinung, dass Folter ein notwendiges Mittel zur Erforschung der Wahrheit sei und Gott den Unschuldigen Kraft verleihen würde, die Qual ohne Geständnis zu überstehen.
Im Schlosskerker befinden sich einige Foltergeräte, wie Streckbank, Mundbirne, Spanischer Stiefel, usw.

Die Bestrafung

Eine Bestrafung erfolgte, um den Überführten seine „gerechte“ Strafe zuzufügen. Die brutalen Strafen der Vergangenheit sind nur innerhalb des Wertesystems der damaligen Zeit verstehbar. Je nach Schwere der Tat kamen unterschiedliche Strafarten zum Einsatz – Todesstrafe, Ehrenstrafe, Verstümmelungsstrafe, Geldstrafe, Haftstrafe – mit jeweils verschiedenen grausamen Ausführungen. Im Schlosskerker sind einige von diesen dargestellt. Als Beispiel für eine Ehrenstrafe befindet sich ebenfalls ein alter Pranger an der Nordseite des Schlosses (Richtung Altstadt).
Jeder Gesetzesbruch war ein Verstoß gegen die gottgewollte Ordnung, die wieder hergestellt werden sollte. Die Strafen verfolgten zudem den Zweck der Abschreckung und der Ausstoßung des Missetäters aus der Gesellschaft.